Die FSK berichtet

 

Die Alttierreise 2026 hat vielerorts bereits die Halbzeit erreicht. Auch die FSK hatte in dieser Saison bereits alle Hände voll zu tun – nicht immer mit dem Zuspruch aller Züchter, aber an dieser Stelle wollen wir transparent über diese „erste Halbzeit“ berichten und Vorgänge und Überlegungen der FSK erklären, die stets in Absprache mit dem Präsidium getroffen wurden und die letztlich immer vor dem Gedanken des Tierwohls getroffen wurden. Denn bei allem Ruhm und allem Ehrgeiz müssen die Tauben und deren sichere Heimkehr immer im Vordergrund stehen.

 

Leider wurde die FSK auch dieses Jahr wieder durch einzelne Vorkommnisse gezwungen härter durchzugreifen und Beschränkungen für ganz Deutschland zu erlassen. Aber lassen Sie uns der Reihe nach berichten.

 

Das Pfingstwochenende 2026

Es scheint mittlerweile eine unliebsame Tradition geworden zu sein, dass das Pfingstwochenende mit problematischen Wetterverhältnissen und schwierigen Flugverläufen aufwartet. Auch dieses Jahr wurden wir am 23. und 24. Mai hiervon nicht verschont. Innerhalb weniger Tage waren die Temperaturen schon in der Woche davor rasant gestiegen. Da wir aus der Vergangenheit wissen, dass die Tauben damit Probleme haben und eine Zeit brauchen, bis sie sich an diesen Wetterwechsel gewöhnt haben, hat die FSK schon im Vorfeld eine Reduzierung der Entfernung auf 30 km mittlere Entfernung empfohlen.

 

Wir haben hier bewusst mit einer Empfehlung gearbeitet, da wir davon ausgegangen sind, dass alle Flugleiter und Flugveranstalter verantwortungsbewusst mit der nicht einmal unbekannten Wettersituation umgehen können und hier unser Vertrauen auf das Verhalten der Verantwortlichen gesetzt haben.

 

Leider haben sich etliche Flugleiter nicht an die Empfehlungen gehalten und haben teilweise auch die Warnhinweise der Meteorologen missachtet. Daher hat die FSK noch am Samstag dieses Wochenendes eine noch deutlichere Reduzierung der Entfernung auf deutlich unter 300 km empfohlen. Das war aus unserer Sicht dringend notwendig, vor allem angesichts einiger Flugverläufe am Samstag, die den Tauben deutlich zu viel abverlangt haben.

 

Das Wochenende vom 30. und 31. Mai 2026

Auch das darauf folgende Wochenende hat sich wieder mit schwierigen Wetterverhältnissen in großen Teilen Deutschlands und auch in Frankreich, von wo viele Tauben starten würden, gezeigt.

Aufgrund der Erfahrungen des diesjährigen Pfingstwochenendes und der Tatsache, dass sich weder Flugleiter noch Flugveranstalter an Empfehlungen halten wollten, sah sich die FSK – hier in enger Absprache mit dem Präsidium – gezwungen, eine Entfernungsbeschränkung auszusprechen. Allen Beteiligten war bewusst, dass auf diese Weise auch Sportfreunde aus Norddeutschland und Teilen Ostdeutschlands durchaus weitere Flüge hätten durchführen können, allerdings war es der deutliche Wunsch der Delegierten auf der Mitgliederversammlung des Verbandes, Flugbegrenzungen und Flugverbote grundsätzlich für das gesamte Bundesgebiet auszusprechen.

 

Wir möchten an dieser Stelle auch noch einmal deutlich sagen: Für die betroffenen Regionen war diese Entscheidung absolut richtig!

 

Da sich das Wetter ab Montag, 1. Juni deutlich besserte, hat die FSK für diesen Tag keine Beschränkung mehr ausgesprochen. Viele Flugveranstalter haben ihre Flüge daraufhin auf den Montag verlegt und die somit besseren Wetterbedingungen genutzt. Diese Flüge verliefen durchweg sehr gut, sodass die Entscheidung der FSK hier gut begründet gewesen ist.

 

Für dieses Wochenende hat nur ein Regionalverband eine Ausnahmegenehmigung bekommen, der die Kilometerbegrenzung nicht einhalten konnte, da in diesem Fall ein Auflassort in Brandenburg hätte angefahren werden müssen. Das ist aufgrund der Sperrung wegen der Newcastle-Krankheit leider nicht möglich, sodass der betreffende Regionalverband die Genehmigung bekommen hat, den ersten polnischen Auflassort anzufahren. Anderenfalls hätte kein Preisflug durchgeführt werden können.

 

An dieser Stelle möchten wir aber noch einmal folgendes klarstellen: Die FSK und auch das Präsidium sind sich der unbefriedigenden Situation bewusst, die solche flächendeckenden Flugverbote und -beschränkungen mit sich bringen. Wir wollen daher gemeinsam an Lösungsmöglichkeiten arbeiten, die es uns zukünftig möglich machen sollen, sachgerechtere Entscheidungen zu treffen.

 

Konsequenzen für Flugveranstalter

Die ROK hat in der Folge des Wochenendes vom 30. und 31. Mai entschieden, dass die Flüge, die gegen die Begrenzung der Flug-Kilometer verstoßen haben, für verbandliche Auszeichnungen nicht gewertet werden. Auch die entsprechenden 1. Konkurse wurden vom Verbandsserver entfernt und nicht in der „Brieftaube“ veröffentlicht.

 

Das war eine notwendige Konsequenz und zeigt, dass die Kommissionen gut und Hand in Hand arbeiten und sich gegenseitig den Rücken in ihren Entscheidungen stärken. Dennoch bedauern wir, dass Einzelzüchter hierdurch bestraft werden mussten.

 

Was passiert bei problematischen Flügen und verlängerten Konkurszeiten?

Die FSK analysiert Woche für Woche die Konkurszeiten der durchgeführten Preisflüge. Bei überlangen Konkursen schauen sie natürlich noch einmal genauer hin und betrachten auch die Satzzahlen der Folgewoche. In der Konsequenz hat die FSK im Anschluss etliche Flugleiter um Stellungnahmen gebeten, die sich an Empfehlungen und Begrenzungen nicht gehalten haben.

 

Seit Jahren schulen wir unsere Flugleiter und seit Jahren vermitteln wir als oberstes und wichtigstes Kriterium den sicheren Heimflug der Tauben als oberstes Kriterium. Hiernach muss der Reiseplan gerichtet werden und kann entsprechend nicht in Stein gemeißelt sein und auch Meisterschaften dürfen niemals über dem Wohl der Tiere stehen.

 

Diesen Grundsatz konnte die FSK nicht in allen Begründungen der Flugleiter zu ihren Auflassentscheidungen erkennen. Aus diesem Grund wurden im Nachgang zu den oben geschilderten schwierigen Flugwochenenden einzelne Flugleiter für einen begrenzten Zeitraum in ihren Entscheidungsbefugnissen eingeschränkt.

 

Weder die FSK noch das Präsidium greifen gern zu diesen Mitteln, allerdings bleibt uns in der heutigen Zeit kaum mehr eine andere Wahl, als konsequent durchzugreifen und problematische Flüge zu analysieren und Konsequenzen ziehen zu müssen, wo sie notwendig sind.

 

Fazit

Ausdrücklich bedanken möchten wir uns zunächst bei allen Flugleitern, die die Empfehlungen und Begrenzungen eingehalten und mit ihren Entscheidungen gezeigt haben, dass der sichere Heimflug der Tauben am wichtigsten ist.

 

Wir sehen nun den letzten Flügen entgegen. Der Sommer ist mittlerweile da und die Tauben haben sich auch an die wärmere Jahreszeit gewöhnt. Wir hoffen daher, dass die Alttierreise nun ohne Stolpersteine ihrem Ende entgegen sehen kann und vor allem ohne, dass die FSK mit weiteren Begrenzungen oder gar Flugverboten eingreifen muss.

Wir wünschen es Ihnen und uns!

 

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